White Belt Tagebuch – Der Weg zum ersten Turnier 1

Moin, Moin!

Herzlich Willkommen im ersten Beitrag einer neuen Reihe auf Ouzz.de, dem White Belt Tagebuch. Hier will ich versuchen meine Kampfsport-Reise für mich und euch zu begleiten und zu dokumentieren.

Warum? So kann ich mich persönlich am schnellsten weiter entwickeln, meine Gedanken sortieren, euch zeigen das ich aktiv bin und dem ein oder anderen vielleicht neue Ideen geben wie man das eigene Training organisieren kann.

Nach ersten Gehversuchen im Boxen, meiner ersten Begegnung mit Muay Thai in Thailand, dem aktiven Training im Thaiboxen, gefolgt von einer ziemlich langen Pause, habe ich im April (Gott sei Dank) eine neue Liebe im BJJ gefunden.

Zieht man die Pause nach den Weisheitszähnen und die Klausurenphase im Sommersemester ab, dürfte ich jetzt seit ungefähr 3-3,5 Monaten dabei sein. Da ich beim Thaiboxen viel zu lange mit den Wettkämpfen gewartet habe – und mich das heute noch nervt – möchte ich auf jeden Fall so früh wie möglich meinen ersten BJJ-Wettkampf machen.

Die Erfolgschancen sind dadurch natürlich geringer, die Lektionen aus der ersten Wettkampferfahrung sind es aber nicht.

Also dann, lasst uns loslegen.

Die Woche im Überblick

Montag
AM: Mobilität, Klimmzüge, Kniebeugen
PM: Schwimmen

Dienstag
AM: Bankdrücken, Kreuzheben
PM: No Gi, BJJ Basics

Mittwoch
AM: –
PM: BJJ Basics

Donnerstag
AM: Mobilität, Klimmzüge, Kniebeugen
PM: –

Freitag
AM: –
PM: BJJ Basics

Samstag
AM: –
PM: –

Sonntag
AM: Open Mat (BJJ)
PM: –

Grundsätzlich versuche ich momentan 5x die Woche zum BJJ/No Gi-Training zu gehen, was eigentlich relativ gut möglich ist da Semesterferien sind. Montag musste ich aber leider erstmal ne Runde Schwimmen gehen, da ich noch ziemlich zerstört war von der Open Mat am Tag davor.

Das Krafttraining ist eigentlich für Montag, Dienstag, Donnerstag und Freitag geplant, kann aber wie in dieser Woche immer wieder durch Arbeit oder andere Termine durcheinander gebracht werden. Da der Fokus momentan aber ganz klar auf BJJ liegt ist das halb so wild.

BJJ

Das Ziel für mein BJJ ist aktuell das erste Turnier. Momentan peile ich die Bavarian Battle Trials Ende September als ersten Wettkampf an, muss das aber noch mit meinem Trainer besprechen.

Beim Training musste ich letzte Woche ein bisschen aufpassen, weil ich mir Anfang der Woche das Knie leicht verdreht hatte. Wie ihr an den durchgeführten Kniebeugen sehen könnt war das halb so wild, aber das Knie hat sich die ganze Woche ein wenig komisch angefühlt.

Die mit Abstand größte Baustelle der Woche war auf jeden Fall der Double Leg Takedown, wenn man das was ich da gemacht habe so bezeichnen kann. Der Übergang vom Schritt in den Gegner und die Hocke, auf das gleiche Knie (besser kann ichs gerade nicht beschreiben) war mir irgendwie nicht möglich als flüssige Bewegung. Hier habe ich auf jeden Fall eine Menge Arbeit vor mir.

Mein eigener Fokus liegt aktuell beim Pressure Passing/Game, seit ein Trainingspartner mich auf das Konzept aufmerksam gemacht hat. Ich kannte den Begriff noch nicht und war nach kurzer Recherche direkt Fan (vermutlich weil ich schwer und langsam bin). Wie mein Trainer so schön sagt: “Ein Monat, eine Idee.” und somit liegt der Fokus für die nächsten Wochen “einfach” auf Druck.

Da ich natürlich noch ganz am Anfang meiner BJJ-Reise stehe, nichtmal den Ansatz von einem “Game” habe und gerade so eine Idee vom Pressure Game bekomme, ist das Folgende absolutes Halbwissen. Momentan heißt “Pressure” für mich aber vor allem Double Under Pass, Druck in der Side Control und mit Druck in die Mount zu kommen, um dann den Arm Triangle zu suchen und notfalls auf den Ezekiel auszuweichen.

In der Realität lande ich natürlich zu 85% in der Half Guard, werde gesweept, kriege ordentlich Druck mit den Unterarmen in der Side Control oder den Arm Triangle nicht zum Laufen, aber hey der Plan steht…

Wo ich aber wirklich Fortschritte gespürt habe in den letzten Tagen ist der Double Under Pass (aus dem folgenden Video).

Die Wochen davor bin ich immer im Triangle gelandet, das hat diese Woche schon deutlich besser geklappt. Hier ist natürlich noch mega viel Luft nach oben, aber es gibt Hoffnung.

Krafttraining

Das Krafttraining besteht momentan aus einem 2er Split (A: Klimmzüge & Kniebeugen, B: Kreuzheben und Bankdrücken) mit 3 Sätzen und 3 Wiederholungen bei den Langhantel-Übungen. Ziel ist die momentane lineare Progression bei Stagnation gegen eine wellenförmige Periodisierung zu tauschen (531 oder Zulu/Operator aus Tactical Barbell). Mein Gefühl sagt mir, dass wir aber noch weit davon entfernt sind.

Die Anzahl der Sessions, die Wiederholungsbereiche, die Sätze und die Pausenzeiten werden sich mit der Zeit auf jeden Fall regelmäßig ändern (Wettkämpfe, Uni, Arbeit etc.), aber die Übungsauswahl wird es in den nächsten Monaten nicht.

Zum Einen bin ich fest davon überzeugt, dass Grundübungen am Besten für den Aufbau von Maximalkraft (in den entsprechenden Wiederholungsbereichen) geeignet sind und damit die vernünftigste Grundlage/Ergänzung für die meisten (Kontakt-)Sportler. Zum Anderen möchte ich in ferner Zukunft vielleicht an einem kleinen KDK-Wettkampf teilnehmen, einfach um ein vernünftiges und ambitioniertes Ziel für mein Krafttraining zu haben.

Sonstiges

Ansonsten war die Woche aus sportlicher und regenerativer Sicht relativ unspektakulär. Ich hatte im Mittel ca. 7 Stunden Schlaf pro Nacht, was ok für mich, aber nicht optimal ist.

Das rechte Knie war vergangene Woche das einzige Wehwehchen und am Ende des Tages nicht so schlimm, wie ich erst befürchtet hatte.

Positiv überrascht war ich von meiner Schwimm-“Performance”. Ich war Monate nicht richtig schwimmen und konnte entspannt 50 m kraulen, was eine gute Ausgangssituation ist, sollte ich das Schwimmen in den nächsten Wochen unterbekommen. Schwimmen ist für mich die beste Form der aktiven Regeneration und entspannt mich überdurchschnittlich gut, passt aber momentan einfach nicht gut in den Plan.

Das Vorkochen hat letzte Woche auch relativ gut funktioniert. Momentan koche ich morgens nach dem Training 4-5 Portionen vor und nicht 1x pro Woche für die ganze Woche. 1x die Woche funktioniert erfahrungsgemäß aber noch viel besser (weniger spontane Entscheidungen, mehr Vielfalt), warum ich langfristig auf jeden Fall wieder zu diesem Rhytmus übergehen muss.

Das Gewicht liegt aktuell ca. bei 102 kg und geht langsam und stetig runter. Wer aber langfristig unter 94,1 kg wettkämpfen möchte, sollte auf jeden Fall noch disziplinierter essen (erinnert mich bitte bei Gelegenheit dran).

Für Ouzz geht es in den nächsten Monaten equipmenttechnisch über Boxbandagen, Boxhandschuhe und Boxsäcke in Richtung Boxsack Training. Hier habe ich die meiste Erfahrung und kann dem ein oder anderen auf jeden Fall ein paar Sachen mitgeben.

Vorher muss ich aber auf jeden Fall die Tabelle hier im Tagebuch hübscher bekommen (Update: Geht nicht besser), die sieht echt traurig aus. Nächstes Jahr dürfte es dann deutlich mehr in Richtung BJJ gehen (nachdem ich meine Hausaufgaben gemacht habe) wo große sportliche Ziele gesteckt sind. Aber eins nach dem anderen…

Bis zum nächsten Mal und eine schöne Woche.

Usss! Jannik